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Reifen bei der Montage beschädigt?

Ein Reifen ist montiert, der Luftdruck stimmt und äußerlich sieht alles sauber aus. Trotzdem kann bei der Montage bereits ein Schaden entstanden sein. Gerade bei UHP- und Runflat-Reifen ist das ein Thema, das Werkstätten ernst nehmen sollten. Denn nicht jede Beschädigung hinterlässt Spuren, die am fertig montierten Rad von außen zu erkennen sind.

Kritisch wird es oft schon beim Aufziehen

Moderne Rad-Reifen-Kombinationen können bei der Montage einiges abverlangen. Niedrige Querschnitte, steifere Seitenwände und große Felgendurchmesser lassen weniger Spielraum als manche Standardbereifung. Besonders wichtig ist dabei die Tiefbettlage. Sitzt der Reifen während des Aufziehens nicht richtig im Tiefbett, fehlt auf der gegenüberliegenden Seite der notwendige Weg. Der Wulst wird stärker gedehnt und die erforderliche Montagekraft steigt.

Spätestens wenn deutlich mehr Kraft als erwartet nötig ist, lohnt sich deshalb die Kontrolle: Liegt der Reifen wirklich sauber im Tiefbett? Ist genügend geeignetes Gleitmittel vorhanden? Sitzen Montagekopf und Hilfsarme richtig? Einfach mehr Druck auf die Maschine zu geben, löst die Ursache nicht.

Nicht jeder Montageschaden ist später sichtbar

Problematisch sind unter anderem Beschädigungen im Bereich des Reifenwulstes oder des Innenliners. Sie können durch falsche Werkzeugpositionen, hohe punktuelle Belastungen oder einen ungünstigen Montageablauf entstehen.

Ist der Reifen anschließend montiert, bleibt davon möglicherweise von außen nichts zu sehen. Genau das macht solche Montageschäden für die Werkstatt unangenehm: Ein optisch einwandfreies Rad ist noch kein Beleg dafür, dass der Reifen während der Montage nicht übermäßig belastet wurde. Deshalb sollte bereits während des Montagevorgangs auf Auffälligkeiten geachtet werden. Muss ungewöhnlich viel Kraft eingesetzt werden oder verhält sich der Reifen anders als erwartet, sollte der Vorgang kontrolliert und gegebenenfalls neu angesetzt werden.

Auch Gleitmittel und Maschine spielen eine Rolle

Ein gutes Montageergebnis hängt nicht nur vom Monteur ab. Maschine, Montagehilfen, Zubehör und Gleitmittel müssen zur Aufgabe passen und richtig eingesetzt werden. Beim Gleitmittel gilt beispielsweise nicht „viel hilft viel“. Es muss für die Reifenmontage geeignet sein und entsprechend den Vorgaben angewendet werden. Auch falsch eingestellte oder ungünstig angesetzte Montagehilfen können zusätzliche Belastungen erzeugen, statt die Montage zu erleichtern.

Vor allem bei anspruchsvollen UHP- und Runflat-Kombinationen zahlt es sich aus, nicht nach Gewohnheit zu arbeiten, sondern jeden Montageschritt bewusst auszuführen.

Wenn es schwer geht, stimmt möglicherweise etwas nicht

Für den Werkstattalltag lässt sich daraus eine einfache Regel ableiten: Ungewöhnlich hoher Kraftaufwand ist kein Zeichen dafür, dass die Maschine jetzt nur kräftiger arbeiten muss. Er ist ein Grund hinzusehen: Tiefbettlage prüfen, Montageposition kontrollieren, Gleitmittel und Hilfsarme checken. Und erst dann weitermachen. Das kostet im Zweifel ein paar Minuten. Ein beschädigter Reifen, eine Reklamation oder ein erneuter Werkstatttermin kosten deutlich mehr.

Reifenmontage ist mehr als Routine

Wer täglich Reifen montiert, entwickelt zwangsläufig Routine. Das ist gut, solange die Abläufe stimmen. Gerade bei modernen Rad-Reifen-Kombinationen sollte Erfahrung aber nicht dazu führen, dass Warnzeichen während der Montage übergangen werden.

Im Training „Der wdk-zertifizierte Reifenfachmann“ geht es deshalb ganz praktisch um die sichere Montage und Demontage von UHP- und Runflat-Reifen. An der Montiermaschine werden die richtigen Arbeitsabläufe trainiert und typische Fehlerquellen besprochen – einschließlich der Situationen, in denen bei der Montage Schäden entstehen können.

Denn ob ein Reifen fachgerecht montiert wurde, sollte nicht davon abhängen, ob man ihm hinterher etwas ansieht.

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